Ich würde behaupten, ein sehr gutes Zeitgefühl zu haben, aber nur kurzfristig. Also ich "spüre" Zeit, aber Termine die morgen sind, erscheinen mir unrealistisch, resp. inexistenz. Es gibt also wirklich nur "Jetzt" und "Nicht Jetzt".
Ich meinte, eines der zwingenden Symptome sei die exekutive Dysfunktion, also "ich will, aber kann (jetzt) nicht". Da gehören die Wortfindungsstörungen ebenso dazu wie die Unfähigkeit, das Papier, was seit einer Woche am Boden liegt und mich stört (mich wirklich stört!) aufzuheben.
Entscheidend dürfte sein, wie wir aufwachsen, denn in einem liebevollen "Elternhaus" lernt man natürlicherweise Strategien, mit dem eigenen Gehirn zu arbeiten, ohne dies bewusst zu tun.
So hat meine Mutter als Kind mit ihrem Vater erarbeitet, wie sie ein Budgetbuch führen kann, was für sie funktioniert. Einfach, weil er gemerkt hat, dass sie da irgendwie Hilfe braucht.
Dadurch hatte sie nie finanzielle Probleme oder Unordnung. (Meine Mutter wurde zwar nie diagnostiziert, und ist tot, aber rückblickend hatte sie einige Symptome.)
Ich mache das mit meinem Kind ähnlich, und zwar schon bevor ich auch nur ansatzweise ahnte, dass ich ADHS habe. (Von meinem Kind weiss ich es nicht, die Diagnosen sind bestenfalls uneindeutig.) So lernt es von mir, ausserhalb der Norm zu handeln. Zum Beispiel, dass man fünfzehn Scheren haben kann, weil man sie an fünfzehn verschiedenen Orten braucht, und es einfacher ist, sie dort zu haben wo man sie braucht, anstatt zwei an einem Ort, wo man sie immer wieder zurücklegen muss.
Versteht man, was ich sagen will?
Ich glaube, es wäre einfacher für uns, dir zu antworten, wenn du uns sagst, welche Symptome du denn hast, anstatt welche du nicht hast.
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Zebramama Ja! genau das! Ich hab manchmal das Gefühl, mein Gehirn ist ein Büro, das eine Party feiert, und ich wurde nicht eingeladen und steh vor der Glastür.
