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Graustufen - Doku über Asperger Autismus und Hochsensibilität
#1
Gestern habe ich eine, wie ich finde, recht schöne Dokumentation vom 8.3.2021 geschaut:


zur Doku



Sie dauert rund 43 min. und für die, die vielleicht Zeit und Muße grad nicht dafür haben, sie sich anzuschauen, gibt es hier mal ein kleine Zusammenfassung von mir.




Es geht um vier Frauen mit anderer Wahrnehmung jeweils durch Hochsensibilität/Asperger Autismus

Es geht um Selbstakzeptanz



1. Friederike erzählt:

Sie fühlte sich von Anfang an anders, war immer sehr ruhig, oft in Phantasiewelten abgedriftet, meist mit Älteren umgeben, denke immer über alles nach, empfinde visuelle Reize extrem stark, sei schnell überreizt, alles schnell zu viel, oft "geflasht", ernte meist Unverständnis von anderen, hat große Probleme Kontakt zu anderen zu suchen/aufzunehmen...



2. Jennifer erzählt:

Sie sei auf eine Serie mit autistischem Protagonisten von Freunden aufmerksam gemacht worden, weil sie sich ähnlich verhalte.
Sie habe immer gemerkt, dass mit ihr etwas nicht stimmt, sei dann zur Diagnostik gegangen, nutze Cosplay/Verkleidungen, um vieles auszublenden, offiziell jemand anderes zu sein, dann gelängen ihr Kontakte, die sie möchte, aber schnell überfordern. Es falle ihr leichter mit Tieren zusammen zu sein, deren Körpersprache sei besser zu deuten und sie fühle sich viel entspannter.
Sie habe inzwischen ihr "Anderssein" akzeptiert und möchte nicht mehr anders sein...


3.Yvonne erzählt:

Sie war bis ins Erwachsenenalter still und zurückgezogen, Träumerin, später mehr Selbstbewusstsein, kann es jetzt schön finden sensibel zu sein, soo viele Gefühle zu haben!
Sie habe ihre Sensibilität zur Berufung gemacht, coacht andere, müsse dabei aber sehr auf sich achten...


4.Simone erzählt:

Sie war immer ruhig und zurückgezogen, immer schneller erschöpft als andere, auch nach der Schule schon.
Sie erhielt diverse Diagnosen z.B. Mutismus, soziale Phobie, Depressionen...waren aber alle nicht die Ursache, sie hatte immer das Gefühl, sich den Ärzten erklären zu müssen!
Sie versuchte in der Schulzeit meist ihre Mitschüler zu kopieren; wollte aber gar nicht anders sein, wenn sie allein war!
Sie braucht einen stark strukturierten Alltag und hat zur Unterstützung eine persönliche Assistenz.

Sie habe sich immer im Kampf gefühlt und immer anders und wisse für sich jetzt, dass sie richtig ist, wie sie ist.
Ihr Zuhause sei ihr Rückzugsort, dort wurde nicht gedreht, denn es würde ihre Strukturen zerstören...



Sehr interessant zu sehen ist auch Dr. Maria Asperger Felder (Tochter von Hans Asperger und Kinderpsychiaterin).

Sie meinte in der Doku:

Die Wahrnehmung autistischer Menschen sei eine Detailwahrnehmung und eine angeborene andere Art die Welt wahrzunehmen!

Alles würde auf kognitiver Ebene gelernt und auch angewandt und so gut wie alles kann erlernt werden, auch die Emotionen anderer Menschen zu lesen, Menschen gut einzuschätzen. Autisten erfassen eben anders, rationaler, erlernen letzteres, anders als bei neurotypischen Kleinkindern eben nicht schon vorhanden.

Dr. Asperger sieht ASS nicht als Krankheit, sondern als Besonderheit mit Vor- und Nachteilen. Sie kann aber einen Krankheitswert bekommen, wie z.B. nicht mehr aus dem Haus gehen können etc.

Unterschied HSP/Autisten sei, dass die soziale Interaktion stark beeinträchtigt ist..HSP würden da besser funktionieren, seien jedoch emotional schnell überfordert.


Zitat:

"Schwer autistisch wahrnehmende Menschen sind nicht normal, aber nicht im Sinne von krank! Sie haben einfach das Pech, dass sie eine Minderheit sind. Wäre ihre Art die häufigere, wären nicht wir die normalen Menschen!"
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#2
Denk Frederike beschreibt mich doch recht treffend.. Denk
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#3
(25.03.2021 21:22)Emely schrieb: extrem stark
(25.03.2021 21:22)Emely schrieb: alles schnell zu viel
(25.03.2021 21:22)Emely schrieb: hat große Probleme Kontakt zu anderen zu suchen/aufzunehmen...

was mir immer schwer fällt, ist zu beurteilen wie "extrem stark" "schnell zu viel" "hat große Probleme.." hier definiert wird.

a) Jemand hat große Probleme Kontakt zu anderen aufzunehmen, muss sich immer überwinden, aber schaftt es letztendlich doch immer/ manchmal..

b) Jemand hat große Probleme Kontakt zu anderen aufzunehmen und kann sich in der Regel auch nicht überwinden es zu versuchen.

oder

a) jemand meint er sei nicht gut in Mathematik, weil er Intergralrechnugen nie kapiert hat

b) jemand meint er sei nicht gut in Mathematik, weil er keine Vorstellung von Zahlen, Mengen, Größen hat.

Mal so als etwas überspitzte Beispiele.
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#4
(25.03.2021 21:22)Emely schrieb: Alles würde auf kognitiver Ebene gelernt und auch angewandt und so gut wie alles kann erlernt werden, auch die Emotionen anderer Menschen zu lesen, Menschen gut einzuschätzen. Autisten erfassen eben anders, rationaler, erlernen letzteres, anders als bei neurotypischen Kleinkindern eben nicht schon vorhanden.
(25.03.2021 21:22)Emely schrieb: Sie war bis ins Erwachsenenalter still und zurückgezogen, Träumerin, später mehr Selbstbewusstsein, kann es jetzt schön finden sensibel zu sein, soo viele Gefühle zu haben!
Sie habe ihre Sensibilität zur Berufung gemacht, coacht andere, müsse dabei aber sehr auf sich achten...

wie passt das zusammen?

ich merke nur, dass ich auch da widersprüchliches habe.

ebenso bei der Kontaktaufnahme..oft geht es nicht mal , oder sehr schwierig bei sympathischen..manchmal plapper ich begeistert eine Fremde an, wie toll ihre Hose sei.
Nicht oft, aber kommt vor.
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#5
(25.03.2021 22:38)Lampignon schrieb: was mir immer schwer fällt, ist zu beurteilen wie "extrem stark" "schnell zu viel" "hat große Probleme.." hier definiert wird.

Das würde in diesem Fall vermutlich jedem schwer fallen, weil es das subjektives Empfinden der Protagonisten in der Reportage ist. Ich habe dort ledigich zusammengefasst, was die frauen über sich selber berichteten.


(26.03.2021 07:34)Linnea schrieb:
(25.03.2021 21:22)Emely schrieb: Alles würde auf kognitiver Ebene gelernt und auch angewandt und so gut wie alles kann erlernt werden, auch die Emotionen anderer Menschen zu lesen, Menschen gut einzuschätzen. Autisten erfassen eben anders, rationaler, erlernen letzteres, anders als bei neurotypischen Kleinkindern eben nicht schon vorhanden.
(25.03.2021 21:22)Emely schrieb: Sie war bis ins Erwachsenenalter still und zurückgezogen, Träumerin, später mehr Selbstbewusstsein, kann es jetzt schön finden sensibel zu sein, soo viele Gefühle zu haben!
Sie habe ihre Sensibilität zur Berufung gemacht, coacht andere, müsse dabei aber sehr auf sich achten...

wie passt das zusammen?

Dein ersteres Zitat ist eines von Dr. Asperger Felder, welches sie in der Reportage allgemein auf Asperger-Menschen bezog.

Das zweite Zitat ist eine Zusammenfassung dessen, was eine Protagonistin von sich berichtete.

Außerdem...Du weißt es doch selber: "Kennst Du einen Autisten, kennst Du (genau) einen Autisten" Zwinkern


(26.03.2021 07:34)Linnea schrieb: ich merke nur, dass ich auch da widersprüchliches habe.

ebenso bei der Kontaktaufnahme..oft geht es nicht mal , oder sehr schwierig bei sympathischen..manchmal plapper ich begeistert eine Fremde an, wie toll ihre Hose sei.
Nicht oft, aber kommt vor.


Schaut euch den Film mal selber an, denn ich finde, es lohnt sich und auch meine Zusammenfassung ist naturgemäß nicht objektiv. Letztlich gehe ich selber längst nicht mit allen Aspekten im Film auch konform.

Aber es wäre doch bei solchen Themen eh ungewöhnlich, wenn sich jede/r darin wiederfindet. Dazu sind wir Menschen doch zu vielschichtig gestrickt und es ist gerade bei psychischen und neurologischen Besonderheiten fast unmöglich es perfekt treffend darzustellen.


Das Video ist für mein Empfinden sehr emphatisch zusammengestellt, gut recherchiert worden und vor allem mit aktuellen Formulierungen. Und solche Aspekte punkten bei mir recht hoch, was bei anderen wieder ganz anders sein kann.



Ich fand es spannend, die Tochter von Hans Asperger zu sehen/hören, denn sie war mir bisher unbekannt.



Bin gespannt, wie ihr den Film seht und vielleicht entwickelt sich ja die eine oder andere interessante Diskussion im internen ASS-Bereich aus einzelnen Aspekten daraus!? KA
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#6
Ich schaue es mir auf jeden Fall noch an, danke dir.
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#7
Ich gucke mir seit gefühlt einer Stunde diese Doku an,
weiß jedoch, dass sie keine ganze Stunde dauert.

Nebenbei befasse ich mich mit allem Möglichen 'drumrum'
definitiv NICHT weg vom Thema, das finde ich wichtig,
aber darauf konzentrieren und inhaltlich folgen,
das kann ich nicht, es ist alles so ruhig, fast meditativ.

Aber ich höre eigtl. nur Worte, die ich aus all den Jahren
'Arbeit' zum Thema Anderssein kenne, angefangen von
erschöpft über Schwierigkeiten bis Rückzug usw.,
grade, dass wir Pech haben, in der Minderheit zu sein.

Vielleicht ist sie in ihrere Art zu sehr ein Gleichnis
meines eigenen Lebens (jetzt), als dass sie mich
aufrütteln könnte/würde. Jedoch: Sie berührt mich

Und ich danke @Emely sehr für den Tip
und hole ihn mit meinem Eintrag bewusst
nochmal nach oben, weil: Sooo ein schöner Film :).
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#8
Ich gucke auch eher in Etappen.
Ich finde interessant, wie unterschiedlich sie alle sind.
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#9
(25.03.2021 21:22)Emely schrieb: Sie habe ihre Sensibilität zur Berufung gemacht, coacht andere, müsse dabei aber sehr auf sich achten...

Die Glückliche , nur eine Klientin am Tag und sich voll darauf einlassen können. Die ist bestimmt dann bei jeder Klientin zu 100% dabei.
Ich vermute mal sie hat keinen finanziellen Druck so wie das Haus und die Praxis aussieht.

Wenn unsere Psychologen in ihrer Praxis das auch mal individueller machen dürften. Immer diese 50min an 50min kann doch nicht gesund sein. Aber selbst wenn die weniger wollten und dafür dann weniger Geld hätten geht das nicht weil es irgendwelchen Vorgaben gibt .
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#10
Jemanden wie Simone kenne ich live nicht, ausser in Einrichtungen und Werkstätten
oder bei uns im inklusiven Bauchtanz.

Auch von denen, die ich bei der Tagung dann live traf, aus dem Aspieforum, war niemand so.

Schreibe ich nur so, ohne Wertung.
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