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ADHS = Ganz normal anders !
#1
Rainbow 
Ich las heute einen Beitrag, in dem es darum ging, dass Menschen mit ihrem Anderssein einen ebenso berechtigten Platz in der Gesellschaft hätten, wie Menschen, die sich (abgrenzend) als Gleiche fühlen, einfach, weil sie in der Mehrzahl sind.

Dem stimme ich unbedingt zu und versuche mich in einer Erklärung, die ich mit einem euch evtl. bekannten Bild der Gaußschen Glockenkurve als Darstellung von "Normalverteilung", meiner Meinung nach ALLER natürliche Prozesse auf dieser Welt, beginne.

" [Bild: https://novustat.com/wp-content/uploads/...g.png.webp]

Normalverteilte Zufallsvariablen finden sich in der Praxis sehr häufig wieder.
Beispielhafte Anwendungen sind biologische Größen (etwa Körpergrößen
innerhalb eines Geschlechts, Intelligenzquotienten oder Sozialkompetenz),
physikalische Sachverhalte (durchschnittliche Sonnenscheindauer an
einem bestimmten Tag des Jahres)" *)

Es erscheint mir wissenschaftlich erwiesen, dass die Menschen neurodiversen Typs, mit ihrem besonderen/anderen neurologischen Wahrnehmungs- und Verabeitungsmuster, angesiedelt links und rechts am Ende der Kurve -> die Spitze der Kurve, bis in die Mitte hinein - den Bereich, welcher als NORMAL bezeichnet wird -> lediglich zu 100 % der Population vervollständigen.

Also: Neurotypisch und neurodivers erst in der Summe, die Gesamtheit ausmacht, und damit ADHS-betroffene Menschen (hier stellvertredend für alle neurodiversen Menschen genannt) nicht im Gegensatz zu den "Normalen" zu betrachten sind, sondern beide lediglich Teilmengen (und als solche durch ihre Bezeichnung gekennzeichnet) eines Ganzen sind - die Begriffe "normal" und "anders" jedoch an sich irreführend.



Dieser Sachverhalt ist meine persönliche Grundlage dafür, mich ebenso wie jeder andere Mensch, normal zu fühlen, auch wenn ich neurologisch gesehen, anders bin; mich als gesund zu betrachten, obwohl ich Diagnose/Medikation benötige, um in der momentanen Gesellschaft halbwegs lebensfähig zu sein - und meine Botschaft hinaus in die Welt ist: Lasst uns verstehen und diese Anicht üben, dass wir nur alle gemeinsam das Ganze bilden - neben der Mehrzahl von Menschen, die man als neurotypisch bezeichnet, braucht es auch die Minderzahl an neurodiversen Menschen in den Bereiche daneben, um als Ganzes existieren zu können.




*) zitiert von https://novustat.com/statistik-blog/die-...ilung.html
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#2
dennoch streiche ich mein anderssein immer wieder hervor und betone es,
nicht nur anders zu sein, weil jeder anders ist, in der art, wie unsere große
problematik oft nivelierend heruntergespielt werden soll, von unwissenden.

zu diesem tread überhaupt beflügelte mich die leidvolle aussage gestern
meines siebenjährigen enkels, der meinte, er sei so anders als die anderen
und keiner könne das verstehen, außer halt ich.

ich habe drei kinder und acht enkel. alle sind mehr oder weniger stark betroffen.
ich kann das nicht diagnostozieren, aber ich kann es sehen, fühlen und spiegeln.

die gesellschaftliche akzeptanz unseres handicaps, liegt mMn deutlich unter
der von körperlich eingeschränkten menschen oder anderen erkrankungen.

ich bleibe sprachlos darüber, dass in meinem familienfall, alle drei elternpaare
KEINE vorschulische diagnostik machen lassen, und das Leid der Kinder abtun,
Hochsensibiliät anerkennen, auch Autismus ginge, aber ADHS:

Ein soziales Stigma!

Eigentlich habe ich eine Riesenwut, aber ... wenn selbst meine Kinder mein Wissen
nicht nutzen und weitertragen, muss wohl jeder mit Leidensdruck betroffenen Mensch
sein Kreuz selbst nehmen und seine Weg selbst gehen. Ich kann nur daneben stehen
und auf Nachfrage dann irgendwann erklären, wenn die Kleinen ADHS selbst verstehen.
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#3
Hi Marie,

auch in der IT kommt langsam an, dass neuronale Netzwerke mit zuviel Eingangs-Informatione nicht funktionsfähig bleiben, man nennt das "overfitten".
Bei KIs gibt man in das Lern-Material deswegen Zufalls-Daten, "Noise" dazu, und auch bei uns Menschen gibt es genau jetzt immer mehr Evidenz dafür, dass wir genau das gleiche Problem mit Schlaf lösen, bei dem Träume "Zufallsdaten" generieren, die dann "Vergessen" auslösen.

Persönlich glaube ich: Wir sind der kleine Teil der Evolution, bei dem sie das Gleichgewicht zwischen Merken und Vergessen versucht neu auszutarieren.
Und zwar schon immer, siehe Einstein, Mozart, Churchill, Steve Jobs usw.

Da die Signal-Übertragung selbst elektrisch, aber die von allen Modulatoren (Neuron an/aus, Lernen/Vorhersage, und was weiß ich) das chemisch geschieht, natürlich über Neurotransmitter. Spannend, die Forschung da zu verfolgen.

So rein von der Reproduktionsrate liegen wir weltweit bei 4-5%, also scheinen wir evolutionsbiologisch ja auch langfristig irgendeinen Sinn zu erfüllen.
Ausnahme sind die indigenen Völker mit 100%.

Aber wie gesagt: Das ist, was ich glaube, anhand dessen, was ich mich so zusammen recherchiert habe.

LG
headcrack
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#4
(02.08.2020 19:10)marie schrieb: ADHS:

Ein soziales Stigma!
Das ist ja leider aus ich glaube den USA negativ zu uns rübergewandert. In den USA ist der Bezug zu Medikamenten ja ein ganz anderer und als "ausschweifend" treffend zu bezeichnen. Dadurch gab es hier bei uns eine große Gegenwelle mit den üblichen "gibt es gar nicht", "bloß nicht medikamente, lieber Lavendel" etc.

Zitat:Dem stimme ich unbedingt zu und versuche mich in einer Erklärung, die ich mit einem euch evtl. bekannten Bild der Gaußschen Glockenkurve als Darstellung von "Normalverteilung", meiner Meinung nach ALLER natürliche Prozesse auf dieser Welt, beginne.
Ich stimme dir zu. Man sollte nicht vergessen, dass dies hier auch eine Normalverteilung beschreibt:
[Bild: https://s12.directupload.net/images/2011...gmjby7.png]
Ich denke, es gibt mehr "Unnormalität" als man manchmal geneigt ist zu glauben, nur gibt es so viele verschiedene Unnormalitäten und nicht alle sind gleich akzeptiert oder sichtbar.
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  • Linnea, marie
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