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ADHS und Abitur/ Studium
#21
Also ich habe ein 2,5er Abi, aber auch nur, weil ich mich vor den endprüfungen zwei Wochen in meinem Zimmer eingeschlossen habe und mündlich einfach ein Thema gewählt habe, über das ich mir eh zum Leidwesen meiner Mitschüler ständig den Mund fusselig geredet habe.
Ich denke, dass sich das (adhs und gute noten) nicht in jedem Fall ausschließt, weil man sich ja auch durchaus auf ein Thema richtig stürzen kann, wenn der (Zeit/leidens)druck oder das Interesse groß genug sind.
Viel kann man sicherlich auch mit den Vorteilen dieser neurodiversität kompensieren.

Im Studium schreibe ich nur sehr gute Noten, aber die Art, wie ich das erreiche ist eben sehr unkonventionell und für meine Kommilitonen jedes Mal ein Grund zum Kopfschütteln, da ich über das Semester keinerlei fristen einhalte oder Aufgaben abgebe. Mach ich dann halt immer in einem Schwung:D

Ich denke, die Vielfalt dieses "krankheitsbildes" ist einfach bei vielen behandelnden therapeutwn/Ärzten noch nicht ganz präsent oder angekommen.
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#22
Ich habe die Realschule gehasst, und fast alle Lehrer*innen dazu. Als ich in der 8. Klasse in Mathe auf 5, in Bio auf 5 und in Physik auf 6 stand (ich war angeblich der erste Schüler der das an der Schule schaffte), drückten mir meine Eltern einen Nachhilfelehrer aufs Auge. Den konnte ich saugut leiden. Zweites Halbjahr: Bio 3, Physik 3, Mathe 2 (ich war angeblich auch der erste Schüler der so einen Sprung in einem Halbjahr hinlegte). Danach musste ich Mathe-Bio-LK wählen. Der Nachhilfelehrer wurde wieder abbestellt, jetzt wussten ja alle dass ich es kann, wenn ich will. Die Noten gingen wieder in den Keller, mittlere Reife gerade so geschafft. Meine Ausbildung zum HEP fand ich sehr interessant und die Stimmung an der Schule und die Dozent*innen waren super. Abschluss mit 1,6. Allerdings hat es 12 Jahre gedauert, bis ich eine Ausbildung abgeschlossen habe....
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#23
Andi schrieb: hat es 12 Jahre gedauert, bis ich eine Ausbildung abgeschlossen habe....

Das kenne ich... Ich habe zwar jetzt das richtige Thema gefunden, war aber vom Abi bis jetzt (mit 29 jahren) ohne abgeschlossene Ausbildung (hab drei mal gestartet und es hat nie gepasst)
Glückwunsch zum guten Abschluss!
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#24
(27.05.2022 07:18)Rahel schrieb: Glückwunsch zum guten Abschluss!

Danke. Das ist aber auch schon 22 Jahre her. Ich bin echt alt....
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#25
Also das Thema Psychotherapie ist bei mir durch. Ich habe einfach keine Energie mehr bei den heutigen Bedingungen, einen Platz zu bekommen, weiter zu suchen. Dazu bin ich zu sehr desillusioniert, nur schlechte Erfahrungen bisher. Dazu kommt, dass es ja heißt, ADHS kann man nicht therapieren, nur begleiten bzw. coachen. Meine letzte Erfahrung war eine junge Frau in einer Ausbildungspraxis, die von mir wusste, dass ich die Diagnose mehrfach in Klinken bestätigt bekommen habe und auch von Ärzten entsprechend behandelt wurde. In der ungefähr 5. Sitzung meinte sie, sie sieht bei mir kein ADHS. Da ich damals als fast 50jährige eh ein Problem mit einer Mitte 20jährigen hatte, ging da bei mir endgültig die Klappe zu. Ich fühlte mich total verletzt und unverstanden, letzteres wie so oft. Es ist ein Kreuz, dass es so wenig Fachpersonen gibt, die sich auch mit Erwachsenen-ADHS auskennen. Wenn ich das Problem mal woanders anspreche, muss ich mir immer anhören, dass diese Fachpersonen doch soo viel Kranheits- und Störungsbilder zu lernen haben, da kann mich doch nicht alles wissen. Echt, da muss ich kotzen. Wenn ich einen Therapieplatz suche und sage, es geht um ADHS und Depressionen, da erwarte ich einfach, dass man sich entweder damit auskennt oder aber dazu bereit ist, sich vorbehaltlos damit auseinanderzusetzen und sich zu informieren. Dazu kommt auch noch die Erkenntnis, dass Frauen-ADHS sich krass von Männer-ADHS unterscheidet. Wenn ich so schreibe, muss ich mich schon wieder aufregen...

Zum anderen Thema der TE, Abitur und Studium, muss ich sagen, dass m.E. ADHS auch immer eine Spektrumssache und ganz individuell sein kann. Oft sind die Betroffenen auch recht intelligent und können durchaus Wissen aneignen, was für Abitur und Studium ja hilfreiche ist. Allerdings kommt es immer auf die Strukturen und Selbstorganisation an, wenn man rechtzeitig Arbeiten abgeben muss und so. Bei mir hat es dazu geführt, dass mein Studium sehr lange gedauert hat, aber ich habe einen Abschluss. Allerdings habe ich heute noch nach 23 Jahren Albträume, in denen ich das Studium nicht abgeschlossen bekomme. Es war für mich auch kein Spaß, habe sehr viele Probleme gehabt, auch mit mir selbst.
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