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ADHS und Abitur/ Studium
#1
Mich hat gestern irritiert, dass die neue Psychiaterin/ Therapeutin, die mir u a wegen adhs empfohlen wurde, ihrerseits irritiert war, dass ich Abitur geschafft habe. Als würde sich das ausschliessen.

In der shg sind mindestens 2 Studierende. Die haben ohne Medis ihre liebe Not damit, aber haben augenscheinlich auch das Abi geschafft.

Was sagt ihr dazu?
Auch das mit dem immer schwierigeren kompensieren , je älter man wird, ging nicht wirklich bei ihr ein, wenn sie sagt, die paar Jahre schaffe ich auch noch.

1. Wie sind eure Erfahrungen mit Menschen, die adhs haben und einen höheren Abschluss schafften? Wie auch immer.

2. Wie sind eure Erfahrungen mit Therapeuten/ Ärzten zu diesem Thema?

3.Denkt ihr, diese Frau könne zumindest hinsichtlich adhs und den Folgen wirklich wissend sein?
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#2
Ich kenne andere ADHSler nur hier im Forum, und ich wusste weder im Gymnasium noch an der Uni etwas von meiner Besonderheit. Auch im Beruf hatte ich so gut wie keine Probleme, nur solche, die ich auf meinen Charakter geschoben habe, z.B. schlecht zuhören können. Deshalb hat auch mein Therapeut gesagt, er musste sehr genau prüfen, bis er sich mit der Diagnose sicher war, zumal ich meine Schulzeugnisse vor dem Umzug weggeworfen hatte. Sieben Therapeuten vorher hatten es nicht erkannt.

Zu 3. also ein klares Nein.
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#3
Ich freue mich, dass Du diesen Thread aufgemacht hast, denn nun kann ich meine Gedanken loswerden, die ich beim Lesen Deines Tagebucheintrages hatte.

Deine neue Therapeutin und Du scheinen auf ein Art und Weise gut zusammen zu passen. Dieser Einstieg ist meines Erachtens ein guter: Du kommst an, kannst sofort entspannen und nimmst offenbar auch ihre Hilfe im Zusammenhang mit Deinen anderen Baustellen (neben dem ADHS) an.

Zu ADHS hat sie meines Erachtens eine ganz andere Meinung als Du und wahrscheinlich nicht das aktuelle Wissen.

Meine Therapeutin ist da ähnlich und für mich dennoch gut, weil ich am Anfang eine unbedingt Augenhöhe-Beziehung herstellen musste/konnte. Ich teilte mit, dass ich selbst viel über ADHS und seine Auswirkungen auf mein Leben weiß. Und im Verlaufe von Jahren der therapeutischen Zusammenarbeit immer und immer wieder, wenn sie darauf abstellte, dass meine Schwierigkeiten aus dem Trauma kämen, ich selbst dabei blieb, dass das eben nicht der Fall, sondern dem ADHS geschuldet wäre. Wir kamen letztlich sehr gut miteinander aus. Du kennst meine Meinung, was therapeutische Begleitung betrifft: Jeder kennt nur selbst seinen Weg. Der Therapeut ist ein Dienstleister und hilft mittels Techniken. Er kann nicht wissen, was für einen gut ist.

Nun zu Deinen Fragen:

1.) ADHS gibt es in allen Begabtenniveaus. Die meisten Betroffenen, die ich kenne, haben Abitur bzw. studiert.

2.) Meine Erfahrungen sind gut. Aber erst, seit ich mir nicht mehr 'Das Heft aus der Hand nehmen lasse'.

3.) Dass sie das derzeit nicht ist, konntest Du ja sofort erkennen. Die Frage ist, inwieweit sie offen ist für neues Wissen und Dich anerkennen kann als die, die Du auch durch Dein ADHS und ASS nunmal bist, also, dass ihr beide voneinander lernt und sie nicht überheblich dicht macht, wenn Du Dein Wissen/Erfahrung mit in die Therapie einbringst.
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#4
Erst jetzt habe ich gelesen, dass sie Dir u.a. wegen ADHS empfohlen wurde. Hast Du geklärt, ob es dabei um ADHS bei Kindern und Jugendlichen oder um AD(H)S bei Erwachsenen geht? Letzteres ist nämlich ganz speziell, da gibt es wirklich wenige Spezialisten.
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#5
Es war eine betroffene Erwachsene der shg, die von ihr begeistert ist und sie mir deshalb empfahl.
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#6
...kurze Nachfrage: wofür steht shg?
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#7
Selbsthilfegruppe, oder
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#8
Ja........
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#9
Hier im Forum haben dich viele Abitur und einige auch ein Studium. Ich habe kein Abitur. Das lag aber nicht an Ads. Ich dachte damals einfach, da muss man viel schlauer sein. Da muss man lauter Einsen im Zeugnis haben.
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#10
Ich hatte keinen guten Abschluss, aber das lag nicht an ADHS.
Vorangegangen waren die Jahre, wo ich meine Mama retten wollte, die dann kurz vorm Abi starb.
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#11
(15.03.2022 15:20)Brunhilde78 schrieb: Da muss man lauter Einsen im Zeugnis haben

Ich hatte einen Schnitt von knapp drei, aber nur einen einzigen Dreier.
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#12
Danke, marie,

deinen Beitrag las ich eben erst, crazy.
Du bist dir gegenüber der Thera sicherer, als ich es bin, was wozu gehört oder zu orten ist.
Daher ist es schwierig für mich, da etwas zu erklären oder zu verteidigen.
Der Ansatz, ihr meine Ass Teile zu erklären, ging iwie unter und sie fragte auch nicht nach.
Es ging sofort nicht mehr um ADHS und meine Anliegen wegen Job oder nicht, sondern den Sessel und das innere Team.

In kurzer Zeit habe ich all das beschriebene gemacht, was mir teils ( siehe Engel oder Haus) gefiel, aber es war wirklich krass dicht und ich war hinterher frierend und ein bisschen Balla.

Die Pause zuhause, das Essen und das Roller fahren waren wichtig.

Wie ich öfter beschrieb, merke ich erst im Nachhinein noch viele Facetten.

Ich bin auch heute überfordert, ob das nun gut für mich ist oder nicht....unabhängig davon, dass sie leider gar nicht als Ärztin praktiziert. Was sie mir nicht klar sagte.
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#13
Mich erinnert das an den Termin letztens mit Byllie. Die Psychologin machte einen Konzentrationstest und weil Byllie den gut meistern konnte wurde schonmal Adhs ausgeschlossen....das regt mich immer noch auf.

Es wird viel zu sehr in Schubladen gedacht, auch von Ärzten! Es spielen soviele Fakten da mit rein ....
Und Mädchen und Jungs unterscheiden sich auch, das konnte ich oft lesen. Mädchen sind eher angepasst und daher auch unterdiagnostiziert.
Und es gibt ja auch Ads.

Martin Winkler ist auch betroffen, wusste es aber auch sehr spät. Er arbeitet als ärztlicher Leiter in einer Klinik.
Eckhard von Hirschhausen hat auch Abitur gemacht.

Ich war erst auf Realschule und bin dann auf Hauptschule gekommen. Ja,und warum?
Weil meine Eltern nicht wirklich da waren. Interesselosigkeit.
Und ich hatte einfach mehr Interesse an Freunden und Freizeit....
Das Umfeld spielt auch eine große Rolle!
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#14
Ja, das ist wahr... mit achtsamen Eltern, die förderlich sind, kann sich eine andere Geschichte entwickeln.

Ja, diese Ärzte, die da Vorschub leisten für falsche Diagnosen.. gut, dass deine Tochter dich hat und ihr da gemeinsam guckt und reflektiert.

Stimmt, ausser Hirschhausen gibt es noch andere berühmte Menschen mit Abi oder Studium...so blind kann doch ein Arzt heutzutage nicht mehr sein, das ausser Acht zu lassen, tss.
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#15
Ich finde es immer wieder irritierend, was Ärzte sagen, nicht sagen. Und dieser "Spruch" hätte mich auch verletzt. Ich finde das richtig bescheuert, die Aussage "wie? Sie haben mit ADHS Abitur? "

Linea, du bist ja auch sehr gut informiert und wie andere Betroffene sehr interessiert und recherchierfreudig. Man hat tatsächlich das Gefühl, dass man manchen Ärzten auf die Sprünge helfen muss.

Bei meiner Diagnodtik war es auch irritierend. Die Psychologin fand ich ganz toll, was Empathie und Gesprächsführung angeht. Ich fühlte mich mega gut aufgehoben.
Aber sie hat mir etwas falsch erklärt, was ich erst im Nachhinein rausgefunden habe.

Es war ihre Aussage:" Sie haben Adhs aber auch nicht so richtig und nicht so eindeutig" und gleichzeitig Medikamente angeboten gegen die Unruhe und Getriebenheit.

Damit meinte sie, dass mein linearer Lebenslauf und keine Probleme mit Abbrüchen (von Ausbildung/Jobs) untypisch ist und es fehlten auch die "Auffälligkeiten im Kindesalter" (bei mir gabs ja das Kompensations Pony...)

Deshalb kann sie laut Skalen/Vorgaben keine eindeutige Diagnose geben. So hab ich es mir dann hergeleitet.
Und als das Medikament dann wirkte meinte sie, daran erkennt man auch, dass ich betroffen bin.

Zu Bildgebenden Verfahren sagte sie, das könne man daran nicht eindeutig erkennen. Das hat mich ebenfalls irritiert, denn da hab ich anderes gehört.
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#16
P.s.: und es ist ja dumm, vor allem für Mädchen, die Diagnose abhängig zu machen, von "Auffälligkeiten in der Schule"...
Da braucht der eine oder andere Arzt die eine oder andere Weiterbildung...
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#17
Mein Lebenslauf ist auch total linear und unauffällig.
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#18
Brunhilde wie war denn deine Diagnose? Hattest du z.b. bildgebende Verfahren? Was wird da gemacht? Ein MRT?
LG
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#19
Ich habe 2 verschiene Abis, da ich im Grenzgebiet gelebt habe, und 2 vermasselte Studiengänge (insgesamt 6 j Lebenszeit) hinter mir.
Meine Eltern haben mich unterstützt,wo sie nur konnten. Die Umgebung spielt eine Rolle, in meinem Fall hat es nicht gereicht. Ich komme besser klar, seit ich mit 23-26 j aus dem Ei geschlüpft bin.
Meine emotionale Unreife hat mich nicht gehindert, in der Schule mitzukommen, nur daran, Freunde zu haben. Es regt mich auch auf, wenn ein Aufmerksamkeitstest das heilige, unanfechtbare Ergebnis darstellen soll. Wenn etwas mehr Sichtweite in der ADHS Ambulanz geherrscht hätte, hätte ich 4 j früher eine Diagnose bekommen. Wobei es nichts geändert hätte, da ich mich damals gegen Therapien noch gewehrt hätte.
Es gibt nichts, niemanden, der einen dazu bringen sollte, wegen der Vergangenheit Schuldgefühle mit sich zu tragen. Es ist, wie es ist. Wir haben es früher nicht besser gewusst...
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#20
@Sarakay: Bildgebende Verfahren wurden bei meiner Diagnose nicht angewandt. Ich wusste nicht, dass man Ads irgendwie bildlich darstellen kann. Ein Mrt wurde bei mir auch nicht gemacht. Ich musste meine Schulzeugnisse vorlegen. Daran waren Hinweise auf Adhs zu finden. Dann musste ich verschiedene Tests machen. Das war ein Test am Computer, Gedächtnistests und Allgemeinwissen. Danach hat mir meine Ärztin mitgeteilt, dass meine Vermutung stimmt.

Vg Brunhilde
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