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Neue ADS Diagnose - Einstellung Medis
#1
Hallo ihr Lieben,

ich bin ganz neu hier und vermutlich direkt falsch, doch ich muss unbedingt was fragen...

Nach 10 Jahren der erfolglosen Suche nach dem Grund für meine Erschöpfung, habe ich Vorgestern die Diagnose ADS bekommen.

Der Arzt verschrieb mir Medikinet Adult (ich bin 28) 10mg, Morgens eine Tablette und Mittags.

Gestern habe ich dann meine erste genommen und was soll ich sagen... es war als hätte man bei mir den Weichzeichner abgeschaltet. Ich dachte es wäre normal, dass ich mich und meinen Blick bewusst fokussieren muss aber ups... das geht ja von alleine.
Ich war so froh, dass ich in Tränen ausgebrochen und nir durchs Haus gelaufen bin. Als hätte man um mich daa Licht angenipst.


Heute Morgen habe ich sie wieder genommen (und mich zugegeben darauf gefreut dass der Nebel sich lichtet) aber es war viel viel weniger als gestern. Ich schweife dauernd ab, starre ins Nichts und jeder Arbeitsschritt muss von mir erzwungen werden.

Ist das normal?
Habe gerade wahnsinnige Angst, dass die Diagnose doch nicht stimmt und wieder auf den Anfang geschmissen werde. Das wieder alles umsonst war und ich doch einfach nur unfähig bin :/

Der Arzt meinte ich bräuchte Mut Sicherheit eine höhere Dosis aber dass das schon am nächsten Tag anders läuft?

Wie gesagt... ist das normal?!


Sorry für den langen Beitrag aber... habe Angst das wieder zu verlieren ?

GlG
Seraphina
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#2
Da ich nichts nehme, kann ich nichts dazu sagen,
aber möchte dich willkommen heissen.
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#3
Liebe Seraphina,

Ganz kurz und klar.
Ja, das ist normal.

Lass Dir Zeit,wie der Arzt es Dir geraten hat.
Frag ihn,wenn Dich etwas verunsichert.

Bei mir wurde vor 7 Jahren ADS diagnostiziert.
Mir ging es anfänglich wie Dir.
Es dauert, bis man lernt sich selber und die Zusammenhänge zu verstehen.
Das beste was Du für Dich tun kannst, ist Dich zu informieren und sich Zeit zu lassen.
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#4
(10.09.2021 10:02)kannso schrieb: Liebe Seraphina,

Ganz kurz und klar.
Ja, das ist normal.

Zunächst danke für die Begrüßung!

Und danke für die Antwort!
Ich habe 10 Jahre gewartet und hatte eigentlich schon aufgegeben, also wenn man mir sagt dass ich das Gefühl behalten darf... reicht mir das schon ^^+

Ich sollte mich eh nächste Woche telefonisch nochmal melden.
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#5
(10.09.2021 09:45)Seraphina schrieb: Der Arzt meinte ich bräuchte Mut Sicherheit eine höhere Dosis aber dass das schon am nächsten Tag anders läuft?

Moin Serphina,
dein Arzt hat das gut formuliert. Stell dir vor, ein Bein von dir ist ein Stückchen kürzer wie das andere. Nach vielen Jahren wird das erkannt und du bekommst eine Einlage. Das fühlt sich im ersten Moment auch erstmal toll an, aber dein Körper hat diesen Fehler über die Jahre kompensiert und bis der "Normalzustand" hergestellt ist, dauert das eine ganze Weile; die Einlage muss neu angepasst werden, der Körper muss lernen, seine Schonhaltung aufzugeben, z.B. durch Physiotherapie, dein Verstand muss begreifen, was in deinem Körper nun vorgeht, usw. Das ist ein Prozess, der dauert an. In der Art funktioniert das bei AD(H)S auch. Dein Medikament muss zwar keinen Spiegel aufbauen, wie bei anderen Psychopharmaka, aber das Hirn muss sich neu kalibrieren (sag ich mal). Da muss man erstmal etwas mit der Dosis und vielleicht auch mit verschiedenen Medikamenten herumtüfteln, man muss verstehen, was in einem passiert (Psychoedukation) und wie man lernt mit dem veränderten Zustand umzugehen (Psychotherapie). Wichtig ist es, auf Nebenwirkungen zu achten. Viel Erfolg dabei! Es lohnt sich!
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#6
(10.09.2021 10:43)Andi schrieb: (...) aber das Hirn muss sich neu kalibrieren (sag ich mal). Da muss man erstmal etwas mit der Dosis und vielleicht auch mit verschiedenen Medikamenten herumtüfteln (...)

Also kann es durchaus sein, dass die Medikation am Anfang manchmal etwas anders wirkt richtig?
Zumindest gefühlt anders wirkt.
Bis sich alles eingependelt und eingespielt hat?

Danke, weil dann kann ich es einordnen und mich auch selber zügeln! Neige schnell zu Schnellschüssen ala "klappt nicht, also anders probieren", statt einfach erstmal ein bisschen zu warten Beschämt

Danke!
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#7
(10.09.2021 10:56)Seraphina schrieb: Neige schnell zu Schnellschüssen ala "klappt nicht, also anders probieren", statt einfach erstmal ein bisschen zu warten

Ja, Geduld ist für so ein Vorhaben nicht die schlechteste Tugend. Selbstgefällig Um die Zeit zu überbrücken, kannst du dich hier schon mal umschauen, es gibt viel interessantes zu entdecken. Und hier: https://adhs-oase.de/forumdisplay.php?fid=77 kannst du dich vorstellen. Ist immer gut, wenn man ein wenig voneinander weiß, weil hier ja auch viel privates besprochen werden kann. Herzlich willkommen.
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#8
Herzlich willkommen

Bei mir dauerte es etwas länger, aber ich bin ja nicht du und nehme auch ein anderes Medi. Aber auch bei mir haben sich gewisse, über Jahrzehnte antrainierte Verhaltensweisen, jetzt auch wieder zurückgeschlichen. Finde ich normal, zudem hat bei dir evt die übersteigerte Erwartungshaltung dazu geführt, dass du die Wirkung als schwächer empfunden hast.
War bei mir mit Herzrasen bei einem anderen Medi so. Hatte nach der ersten Einnahme eine Panikattacke (oder eine Herzüberfunktion, keine Ahnung) und nehme es nicht mehr, weil ich tatsächlich nur schon beim Gedanken daran, also rein aus der Erwartung heraus, Herzklopfen bekomme. Kuckuck
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